Wolke Sieben

An der diesjährigen Konferenz des m4music-Festivals fand ein Panel zum Thema Musik Streaming statt. Unter der Leitung des Medienkolumnisten Nick Lüthi diskutierten Vertreter der Musikindustrie (Sony, Universal) und der in der Schweiz verfügbaren Anbieter simfy.ch und Soundshack.

Unter den Gesprächsteilnehmern herrschte weitgehend Einigkeit. Streaming ist ein neuer Vertriebskanal mit Zukunftspotenzial und nicht bloss ein Marketingtool. Die grösste Schwierigkeit besteht derzeit immer noch darin, den Markt für diese neue Form des Musikkonsums zu sensibilisieren. Vielen Konsumenten fehlt noch weitgehend das Verständnis für Streaming und insbesondere dessen Vorteile. Wie die Erfahrung aus anderen Märkten zeigt, braucht es eine Anlaufzeit von rund zwei Jahren, um solche Dienste auf breiter Basis zu etablieren. Das Beispiel Schweden zeigt allerdings, dass sich die Aufbauarbeit lohnt – gemäss Angaben der Labelvertreter ist der Schwedische Streaming Anbieter Spotify mittlerweile die wichtigste Einnahmequelle für die Labels.

Auch in der Schweiz wird Musik Streaming auf Labelseite weitgehend positiv aufgenommen. Eine Ausnahme stellt nach wie vor Sound Service dar, welches wichtige Schweizer Künstler wie Polo Hofer oder Stiller Has vertritt. Leider war es der Vertreterin von Sound Service nicht möglich, am Panel teilzunehmen, um die Vorbehalte gegenüber ‚Flat Rate‘ Musikangeboten zu erörtern.

Aus unserer Sicht ist es allerdings lediglich eine Frage der Zeit, bis auch renitentere Vertreter der Musikindustrie auf die Streaming Welle aufspringen werden. Wir sind der festen Überzeugung, dass sich diese Entwicklung nicht mehr aufhalten lässt. Dass wir nicht alleine dastehen mit dieser Ansicht, zeigt eine neue Studie von ABI Research. Demnach wird bis Ende 2011 mit weltweit 5.9 Mio. Streaming Subscribern gerechnet. Bis Ende 2016 soll sich die Zahl auf über 161 Mio. Subscriber erhöhen, was einem jährlichen Wachstum von 95% entspricht. Die Zukunft ist ‚bewölkt‘.

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