Social Dialogue Werbung

Entgegen der aktuell im Trend liegenden Meinung, für Media-Angebote im Web gäbe es keine Finanzierungsmöglichkeiten, behaupte ich, es gibt sie doch (und zwar nicht in Form von Paid-Content).

Beim speziellen Online-Projekt, das mir gerade vorschwebt und im weiteren Sinne in den Social-Media-Topf geworfen werden kann, bleibt die Werbung wider aller Prognosen die Haupteinnahmequelle, neben Freemium– oder Donation-Erträgen.

Dies aus zwei Gründen:

1. In den USA investierten Werbetreibende bereits 2009 mehr Gelder in Online- als in Print-Werbung. Diese Umverteilung findet auch in Europa statt und kann nicht ignoriert werden.

2. Ausserdem ist Werbung noch lange nicht tot und wird es noch lange nicht sein. Man möchte immer auf Produkte oder Dienste aufmerksam machen. In irgend einer Form wird es Werbung folglich immer geben. Es werden allerdings neue Werbeformen hinzukommen.

So glaube ich, dass traditionelle Image-Kampagne weiter existieren werden, wenn auch mit Botox-Spritzerchen hier und da. Denn ihr Codewort lautet wie bis anhin Reichweite. Viele beliebte Social-Media-Plattformen wie beispielsweise (aber nicht nur) Facebook bieten grosse Reichweite.

Gleichzeitig sind solche Plattformen aber auch äusserst diversifiziert; der Nutzer bewegt sich innerhalb des Social-Media-Angebots nur dort, wo er möchte. Genau so wie in seinem sozialen Umfeld auch. Und genau darin sehe ich viel Potenzial für eine neue Werbeform – nennen wir sie «Social-Dialogue-Werbung».

Für Social-Dialogue-Werbung tritt das Unternehmen direkt und auf Augenhöhe mit den Wunschkunden in Kontakt (≠ Nestlés Kit-Kat-Gau). Anders als bei herkömmlichen PR-Massnahmen wird die konkrete Mitgestaltung der eigenen Marke oder des Produkts vom Kunden erwartet. Diese Art von Werbung setzt voraus, dass entsprechende Communities existieren, wo sich Werbetreibende einbringen können (in welcher Form auch immer). Solange diese Social-Dialogue-Werbemassnahmen nicht wieder in das alte PR-Muster mit plakativen One-Way-Aussagen verfallen, wird diese Werbung von den angesprochenen Communities akzeptiert werden. Denn für sie kann eine solche Marke oder ein solches Produkt durchaus einen Mehrwert bieten. The sky is the limit.

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