Ich glotz‘ TV. Ohne TV.

In nur einem Jahr schrumpfte der Marktanteil von SF1 zur Hauptsendezeit von 33,2 auf 30,1 Prozent.

In Leutschenbach rätselt man nun, woran dieser Einbruch liegen könnte. Vordergründig wird kommuniziert, dass neue Messmethode die Zahlen verzerren und diese daher mit keinem der Jahre zuvor vergleichbar wären.

Tatsache ist aber, dass es nicht an der neuen Messmethode liegt, sondern an der total veralteten Messmethode. Diese basiert auf 1918 Kästchen, die in verschiedenen Haushalten verteilt sind sowie auf der Annahme, dass 95% der Schweizer im Wohnzimmer fernsehen.

Rolf Müller, Geschäftsleiter der Publica Data, bestätigt das: «Tatsächlich wird bei der TV-Nutzung alles, was nicht über ein TV-Gerät genutzt wird, von der Messtechnologie (noch) nicht erfasst.»

Vor der Aussage des SF-Multimedia-Leiters Walter Bachmann mutet das verheerend an. Wie der Sonntagszeitung vom 9. Mai 2010 zu entnehmen war, prahlte dieser, dass im März dieses Jahres 881’000 Podcasts heruntergeladen wurden, 200’000 mehr als ein Jahr zuvor.

Es liegt also auf der Hand, dass die entscheidenden Faktoren für den Zuschauerschwund der veränderte Medienkonsum sowie die Diversifizierung des Medienangebots sind.

Das Internet gewinnt rasant an Bedeutung, eindeutig schneller als vom SF erwartet, wie der Grafik der SF-Präsentation zu entnehmen ist.

Ich freue mich jedenfalls, was mit neuen technischen Möglichkeiten noch alles kommen mag. Bereits war zu lesen, dass Google TV seine Plattform noch im Mai 2010 vorstellen könnte.

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