Freemium ist tot, lang lebe Freemium.

Wiedermal diskutierten wir in einer dieser Luftseilbahnkabinen an der Brandschenkenstrasse, zumindest kam es mir angesichts unsers Gesprächthemas so vor. Unsere Diskussion drehte sich um Medien, Internet und Geld….

Wir waren uns durch und durch einig, bis ich das Wort Freemium fallen liess. Ein Aufschrei ging durch die Runde! Meine Gesprächpartner müssen wohl angefressene Gamer sein, die sehr schlechte Freemium-Erfahrungen gemacht haben. Z.B. als sie irgendwo im dritten Level unverhofft nicht mehr weitergamen konnten, ausser sie bezahlten einen Upgrade. Zumindest fanden meine Gesprächspartner «Freemium» gar keine tolle Sache. Doch wie bei so vielen Dingen, gilt auch hier: Freemium ist nicht gleich Freemium.

Das böse, schlechte Freemium habe ich soeben exemplarisch erwähnt. Das gute, empfohlene Freemium geht in Richtung Donation. Dabei darf ein Free-Account-User in der Kernfunktionalität unter keinen Umständen gegenüber den zahlenden Benutzern benachteiligt werden. Die Motivation zu einem zahlenden Benutzer zu werden, besteht darin, dass das Produkt vollends überzeugt und es in den Augen des Benutzers möglichst lange weiterbetrieben werden sollte. Zudem zeigt der Benutzer gerne gegen aussen, dass er das Produkt toll findet.

Folgend möchte ich zwei Beispiele von Freemium-Geschäftsmodellen erwähnen:

Im Fussball-Manager-Spiel Hattrick.org, kann jeder, der einen Account hat (gratis) die höchsten Ziele erreichen, nämlich Schweizer Meister oder Europacupsieger zu werden. Der Hattrick-Benutzer muss nichts bezahlen. Die zahlenden Benutzer (sogenannte „Supporter“, ab ungefähr 50 CHF pro Jahr) können aber ihr Club-Logo gestalten, ihr Stadion ausbauen, Fotos ihrer Spieler sehen, etc. Emotionale Sachen halt, die im Fussball wichtig sind (Joseph S. Blatter würde das sicher bestätigen).

Das zweite Beispiel ist die tschechische Schach-Plattform Brainking.com. Dort ist es auch für den Free-User möglich, Garry Kasparow zu besiegen (dieser spielt aber nicht wirklich mit, er engagiert sich zurzeit lieber politisch). Free-User dürfen bis zu 15 Züge am Tag spielen, was für jeden Hobbyspieler genug sein sollte. Danach gibt es verschiedene Mitgliedschaftstypen wie Läufer-Mitglied, Turm-Mitglied, König-Mitglied.

Diese beiden gelungenen Beispiele bestätigen, dass Freemium weiterhin ein interessanter Kanal unter anderen ist, um im Web Geld zu verdienen. Das Freemium-Modell muss nur richtig angewendet werden. Eine Devise lautet «Verärgere die Free-User nicht» eine andere «Dein Produkt ist so überaus fantastisch, dass die Leute dafür anstehen, um einen Unkostenbeitrag zahlen zu dürfen».

Ein Gedanke zu „Freemium ist tot, lang lebe Freemium.

  • Ich bin mir sicher, dass sich Freemium in den nächsten Jahren durchsetzen wird. Die neuen Lokalisierungsnetzwerke wie Gowalla und Foursquare laden Firmen gerade dazu ein, neue Zielgruppenansprachen auszuprobieren – Freemium muss ein Teil davon sein!

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